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20 jul 2026
FeedWise Insight

Letzte Woche haben wir Sie nach Ihrer Meinung zu folgender Aussage gefragt:

„Ein Welpenfutter enthält innerhalb derselben Futterlinie mehr Energie und Fett pro 100 Gramm als die Adult-Variante.”

📊 64 % der Teilnehmenden antworteten mit „Wahr”.

Und ehrlich gesagt überrascht uns das nicht.

Es klingt nämlich absolut plausibel. Welpen wachsen schnell, also enthält ein Welpenfutter vermutlich auch mehr Energie und Fett … oder?

Doch die Realität ist differenzierter.

Der Name eines Futters verrät nicht, was drinsteckt

In der Praxis hören wir immer wieder den Rat, einen Welpen, der „zu schnell wächst”, auf die Adult-Variante derselben Futterlinie umzustellen.

Dieser Rat klingt logisch, ist aber ohne einen Blick auf die Zusammensetzung im Grunde ein Glücksspiel.

Innerhalb derselben Futterlinie können sich Welpen- und Adult-Futter stark unterscheiden, aber längst nicht immer so, wie man es erwartet. Manchmal enthält das Adult-Futter sogar mehr Energie, manchmal weniger. Auch die Gehalte an Calcium, Phosphor, Protein oder das Calcium-Phosphor-Verhältnis können erheblich voneinander abweichen.

Mit anderen Worten: Die Kategorie „Puppy” oder „Adult” sagt erstaunlich wenig über den tatsächlichen Nährwert aus.

Wie geht man es also richtig an?

Wächst ein Welpe schneller als gewünscht, ist es ratsam, nicht sofort das Futter zu wechseln, sondern zunächst einige Fragen zu beantworten:

✔️ Passt die Zusammensetzung des Futters zu diesem Welpen?
✔️ Bekommt der Welpe die richtige Futtermenge?
✔️ Wie viel zusätzliche Energie kommt aus Snacks, Trainingsleckerlis und Kauartikeln?

Letzteres wird gerne einmal unterschätzt. Die Fütterungsempfehlung auf der Verpackung geht nahezu immer davon aus, dass das Futter die einzige Energiequelle ist. Gerade junge Welpen bekommen während Training und Sozialisierung oft viele zusätzliche Belohnungen, wodurch die gesamte Energieaufnahme unbemerkt deutlich ansteigen kann.

Das Wachstum zu überwachen, ist mindestens ebenso wichtig

Das Wachstumsmonitoring ist DER Weg, um zu schnelles Wachstum und Wachstumsstörungen zu vermeiden.

Deshalb empfehlen wir, Welpen regelmäßig zu wiegen:

• bis 6 Monate: alle 2–3 Wochen;
• ab 6 Monaten: etwa einmal pro Monat.

Passen Sie anschließend die Futtermenge auf Grundlage des neuen Gewichts und der Wachstumsgeschwindigkeit an, nicht allein auf Basis der Tabelle auf der Verpackung.

Die wichtigste Lektion?

Schauen Sie nicht auf den Namen auf dem Sack. Schauen Sie darauf, was IM Sack ist.

Ein gutes Ernährungskonzept beginnt nicht bei der Kategorie „Puppy” oder „Adult”, sondern bei den Nährstoffen, beim individuellen Welpen und seiner oder ihrer Wachstumsgeschwindigkeit.

Genau deshalb gehen wir bei FeedWise immer von der Zusammensetzung des Futters aus, kombiniert mit den Merkmalen des Tieres. So können Sie Fütterungsentscheidungen mit Fakten statt mit Annahmen begründen.