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Stellen Sie sich vor: Eine 13-jährige Katze hat eine chronische Niereninsuffizienz. 🐱
Ist diese Katze Patient in Praxis A, bekommt sie nach der Diagnose die Nierendiät mit, die dort standardmäßig eingesetzt wird. Ist die Katze jedoch Patient in Klinik B am anderen Ende des Ortes, erhält sie womöglich eine Nierendiät einer anderen Standardmarke.
In beiden Fällen hört der Besitzer:
„Wir verordnen Ihrer Katze eine Nierendiät.”
Und das stimmt auch.
Ernährungsphysiologisch kann der Unterschied jedoch erheblich sein.
Nehmen wir allein den Phosphor. Bei Nierendiäten für Katzen können die Gehalte im Trockenfutter deutlich auseinanderliegen – von 0,3 bis 0,55%. Das mag nach einem kleinen Unterschied klingen, umgerechnet bedeutet es aber ➡️ 83% mehr Phosphoraufnahme bei gleicher Futteraufnahme. Und gerade bei chronischer Niereninsuffizienz ist Phosphor einer der wichtigsten Nährstoffe, die es zu steuern gilt.
Der Unterschied zwischen zwei Nierendiäten ist also kein Detail. Er kann bedeuten, dass dieselbe Katze mit derselben Diagnose eine ganz andere ernährungsmedizinische Behandlung erhält – je nachdem, welche Praxis sie betritt.
Nicht, weil Praxis A es richtig macht und Praxis B falsch.
Und auch nicht, weil die eine Marke per se besser wäre als die andere.
Sondern weil „eine Nierendiät” keine einheitliche Zusammensetzung hat.
Welche Diät am besten passt, hängt vom Gesamtbild ab: dem Stadium der Nierenerkrankung, den aktuellen Blutwerten, Appetit und Vorlieben der Katze, Körpergewicht und Muskelmasse, Aktivität – und der Frage, ob die Diät zu Hause auch zuverlässig gefressen wird. Denn auch das bleibt entscheidend: Eine perfekt passende Nierendiät, die nicht gefressen wird, bietet keinerlei Schutz.
Eine „Standardwahl” pro Indikation ist also gar nicht so standardisiert.
Ihr Patient verdient keine Standardwahl, sondern eine fundierte, maßgeschneiderte Empfehlung.
Prüfen Sie bei Nierenpatienten standardmäßig die Unterschiede zwischen den Nierendiäten?